MADRID, 17 (EUROPA PRESS)
Forscher der University of Michigan (UM, USA) haben in einer Studie mit Mausmodellen herausgefunden, dass hohe Mengen an Triglyceriden, der häufigsten Fettart im Körper und in der Nahrung, direkt Bauchaortenaneurysmen verursachen.
Die in Circulation veröffentlichten Ergebnisse stellen die traditionelle Annahme in Frage, dass Triglyceride lediglich Biomarker für Gefäßerkrankungen seien, und zeigen, dass sie tatsächlich eine direkte und pathogene Rolle bei der Entwicklung, dem Wachstum und dem Bruch von Aneurysmen spielen.
Konkret identifizierte das Team in den Mäusen triglyceridreiche Lipoproteine und Proteine, die den Triglyceridstoffwechsel regulieren, darunter APOC3 und ANGPTL3, als ursächliche Treiber für das Bauchaortenaneurysma.
„Wir wussten, dass Hyperlipidämie ein Risikofaktor für Aortenaneurysmen ist, aber diese mehrdimensionale Studie weist darauf hin, dass Hypertriglyceridämie (hohe Triglyceridspiegel) einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung und zum Wachstum sowie zur Dissektion und Ruptur von Aortenaneurysmen leistet“, erklärte Co-Autor Eugene Chen, Professor an der University of Michigan School of Medicine.
Während der Studie verwendeten die Wissenschaftler drei verschiedene Mausmodelle der Hypertriglyceridämie, mit denen sie bestätigten, dass die Schwere des Aneurysmas vom Triglyceridspiegel abhängt. So beschleunigte ein mäßiger Anstieg dieses Fetts die Bildung von Aneurysmen, während höhere Werte zu einer Aortendissektion führten.
Ebenso entwickelten Mäuse mit stark erhöhten Triglyceridkonzentrationen schwerwiegendere Komplikationen, die mit einer Aortenruptur einhergingen.
THERAPEUTISCHE STRATEGIE
Basierend auf diesen Ergebnissen stellten die Forscher die Hypothese auf, dass die Kontrolle der Triglyceride eine wirkungsvolle therapeutische Strategie sein könnte.
Nachdem sie mehrere Behandlungen ausprobiert hatten, hatten sie mit einer experimentellen Therapie mit Antisense-Oligonukleotiden Erfolg. Der Medikamentenkandidat zielt auf das Protein ANGPTL3 ab, das in der Leber ausgeschüttet wird und den Fettabbau im Körper beeinflusst.
Die Behandlung reduzierte den Triglyceridspiegel drastisch um bis zu 50 Prozent und verhinderte die Bildung und Dissektion von Aneurysmen in mehreren Mausmodellen.
„Diese Therapie hat ein großes Potenzial zur Behandlung von Bauchaortenaneurysmen, und unsere Forschung legt den Grundstein für zukünftige klinische Studien“, sagte Co-Seniorautor Yanhong Guo, wissenschaftlicher Assistenzprofessor für Innere Medizin an der UM School of Medicine und Mitglied des Frankel Cardiocular Center bei UM Health.
Abschließend haben die Autoren diesen entscheidenden Fortschritt gefeiert, der einen Paradigmenwechsel für Gefäßerkrankungen wie das Bauchaortenaneurysma darstellen könnte, für die es derzeit nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten über chirurgische Eingriffe hinaus gibt.
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