MADRID, 21 (EUROPA PRESS)
Untersuchungen des Carlos III Health Institute (ISCIII) zeigen, dass die Untersuchung extrazellulärer Plasmavesikel, Strukturen mit genetischem und Proteinmaterial, das von Zellen freigesetzt wird, die Identifizierung prognostischer Biomarker bei viszeraler Leishmaniose erleichtern könnte, einer vernachlässigten Infektionskrankheit, die tödlich sein kann, wenn sie nicht erkannt und wirksam behandelt wird.
Viszerale Leishmaniose wird durch Protozoen der Familie Leishmania verursacht und ist durch chronisches Fieber, vergrößerte Milz und Leber sowie Panzytopenie gekennzeichnet. Es kommt besonders häufig bei immunsupprimierten Patienten vor, insbesondere bei solchen, die gleichzeitig mit HIV infiziert sind, und bei Menschen mit einer Immunsuppression, die durch biologische Behandlungen wie TNF-Antagonisten (Anti-TNF) hervorgerufen wird. Die Krankheit wird hauptsächlich durch den Stich von Mücken – Sandmücken – übertragen, die als Überträger des Parasiten fungieren.
Die in der Fachzeitschrift „Frontiers in Immunology“ veröffentlichte und von einem Team des ISCIII am National Center for Microbiology (CNM) durchgeführte Studie analysierte anhand eines murinen Tiermodells die Auswirkungen einer immunsuppressiven Anti-TNF-Therapie auf das Fortschreiten der viszeralen Leishmaniose und auf die Wirksamkeit einer antiparasitären Behandlung mit fünfwertigen Antimonen. Zwei der Hauptautoren der Arbeit sind Eugenia Carrillo und Javier Moreno vom CNM-ISCIII.
Zur Durchführung dieser Forschung wurden Techniken der Proteomik eingesetzt, um extrazelluläre Vesikel aus dem Plasma von Mäusen zu untersuchen, die mit „Leishmania infantum“ infiziert waren. Diese Arbeit stellt eine Fortsetzung einer Forschungslinie des ISCIII-Teams dar, die sich mit der Wirkung verschiedener Immunsuppressiva auf die Immunantwort bei dieser Krankheit und den Auswirkungen auf die Wirksamkeit ihrer Behandlung beschäftigt.
Die Ergebnisse der jetzt veröffentlichten Studie zeigen, dass mit Anti-TNF behandelte Mäuse eine höhere Parasitenbelastung in der Leber und eine geschwächte Immunantwort entwickelten. Es wurde auch ein signifikanter Rückgang verschiedener Proteine aus extrazellulären Plasmavesikeln beobachtet, deren Funktion eine Schlüsselrolle bei Prozessen der Leberregeneration, der Entzündungsreaktion und der Abwehr von Infektionen spielt.
Nach der Behandlung mit fünfwertigen Antimonen konnte in der Gruppe der immunsupprimierten Tiere nur eine teilweise Reduzierung der Parasitenlast erreicht werden, begleitet von einem Anstieg anderer Proteine, deren Überexpression die Persistenz des Parasiten begünstigen könnte.
Die Autoren der Studie erklären, dass diese Ergebnisse zeigen, dass die Immunsuppression mit Anti-TNF nicht nur die Krankheit verschlimmert, sondern auch das Proteinprofil extrazellulärer Vesikel tiefgreifend verändert und so biologische Signalwege beeinflusst, die für die Genesung und die Wirksamkeit der Behandlung unerlässlich sind.
Sie kommen zu dem Schluss: „Diese Ergebnisse erinnern uns daran, wie wichtig es ist, klinische Strategien bei immunsupprimierten Patienten an jeden Fall anzupassen, und positionieren extrazelluläre Vesikel als vielversprechendes Instrument zur Identifizierung prognostischer Biomarker und zur Optimierung des therapeutischen Managements der viszeralen Leishmaniose.“
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