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Der Staat gibt zu, dass er die Kontrolle über den Verkauf von Munition verloren hat

Lange Zeit bestand die Reaktion auf Gewalt darin, sich auf die Waffe zu konzentrieren und zu vergessen, dass der Schaden durch das Projektil verursacht wird. Nun erkennt das Innenministerium einen Strukturmangel

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Polizeiexperten sammeln Munitionshülsen an einem Tatort.
Die Zahl der bei Straftaten gefundenen Projektile hat die Regierung gezwungen, ihre Kontrollpolitik zu überdenken.
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Autor: Ashley Benavidez Von Ashley Benavidez

Man muss kein Ballistikspezialist sein, um zu verstehen, dass in Uruguay etwas nicht gut läuft. In den letzten Jahren ist die Zahl der Patronenhülsen, die die Polizei an jedem Tatort in Montevideo und der Metropolregion einsammelt, erschreckend hoch. Während sich die öffentliche Debatte jedoch darauf konzentrierte, ob es mehr Streifenpolizisten gab oder ob die Strafen kurz waren, funktionierte der Munitionsmarkt mit erstaunlicher Leichtigkeit.

Bis heute war der Kauf einer Schachtel Patronen in manchen Geschäften kaum mehr als eine Angelegenheit im Nachbarschaftsladen. Diese Woche gab die offizielle Stimme endlich zu, was jeder Bezirkskommissar vor sich hin gemurmelt hatte: Es gibt ein schwarzes Loch im System. Die Kontrolle ist bestenfalls dürftig.

Der Parallelmarkt, den der Staat nicht gesehen hat

Die Erkenntnis kommt spät, fast wie ein Echo der Schießereien, die in Vierteln wie Marconi oder Casavalle bereits zum Alltag gehören. Das Fehlen einer strengen Registrierung darüber, wer was kauft und wofür es verwendet wird, hat dazu geführt, dass der formelle Munitionsmarkt indirekt zum Hauptlieferanten des Schwarzmarkts geworden ist.

Wie gelangten Tausende Geschosse in die Hände von Jugendlichen, die nicht einmal einen Waffenschein hatten? Die Antwort liegt in den Regalen der Waffengeschäfte, die unter dem Vorwand des legalen Verkaufs ein ständiges Tropfsystem an kriminelle Organisationen weitergegeben haben. Es ist ein Kreislauf, den der Staat bisher mit einer kaum zu rechtfertigenden Blindheit betrachtete.

Eilmaßnahmen angesichts der Dringlichkeit

Die Ankündigung neuer Regulierungsmaßnahmen hat etwas „Feuerwehr“-Charakter: Das Feuer wird gelöscht, wenn das Fundament des Hauses bereits verbrannt ist. Die Idee besteht darin, die Kontrollen zu verschärfen, Käuferdaten mit Hintergrundinformationen abzugleichen und die Menge an Munition zu begrenzen, die ein Zivilist kaufen kann.

Doch auf der Straße herrscht Skepsis. Ein Bewohner eines Randviertels bringt es auf den Punkt: „Die Kugeln sind schon auf der Straße, man wird sie nicht mit einem Dekret entfernen.“ Und er hat recht. Das Problem ist nicht nur der künftige Verkauf, sondern auch die Fähigkeit des Innenministeriums, die Bestände zu prüfen, die bereits verstreut, in Schuhkartons unter Betten oder in den Ladegeräten derjenigen versteckt sind, die heute ihr Schießgesetz durchsetzen.

Die politische Verantwortung hinter dem Auslöser

Es ist leicht, den Kriminellen ins Visier zu nehmen, der den Abzug drückt. Doch der Hintergrund dieser Geschichte ist ein Managementversagen. Jahrelang galt die Munitionskontrolle als eine untergeordnete Verwaltungsangelegenheit, während es in Wirklichkeit um eine Frage der nationalen Sicherheit ging. Das Eingeständnis, dass strenge Kontrollen fehlen, ist keine unbedeutende Tatsache; Es ist die Bestätigung, dass der Staat irgendwann der Gewalt freien Lauf gelassen hat, indem er das Rohmaterial des Todes nicht kontrollierte.

Die Frage ist nun, ob diese Maßnahmen Teil einer umfassenden Sicherheitspolitik sein werden oder ob sie am Ende einfach nur eine weitere Bestimmung in der Schublade bleiben. Die uruguayische Gesellschaft ist es leid, Todesfälle zu zählen und zu sehen, wie die Nachrichten der Polizei den Großteil der Nachrichten einnehmen, und erwartet mehr als ein Schuldeingeständnis. Sie brauchen Ergebnisse.

eine offene Wunde

Unsicherheit lässt sich nicht allein mit Gesetzen lösen, aber das Fehlen solcher Gesetze war ein fruchtbarer Boden für die Entstehung von Chaos. Das Eingestehen eines Scheiterns ist der erste Schritt, ja, aber es ist ein Schritt, der voller Frustration ist. In jedem Block, in dem heute Knallgeräusche zu hören sind, weiß der Nachbar, dass die Kugel nicht aus dem Nichts aufgetaucht ist. Dies geschah dank eines Systems, das es jedem ermöglichte, mit etwas Geld eine Schachtel Projektile zu kaufen.

Jetzt, da die Munitionskontrolle im Rampenlicht steht, muss das Vergrößerungsglas auch auf diejenigen fallen, die diesen Mangel an Kontrolle zur Norm gemacht haben. Denn in der Politik wie auf der Straße ist Unterlassung auch eine Form der Mittäterschaft. Und während das Innenministerium die Schrauben der Regulierung anzieht, läuft in den Vierteln, in denen Schießpulver gespendet wird, die Zeit weiterhin gegen diejenigen, die nur in Frieden leben wollen.


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